Kleine Zeichen

Wie mein visuelles Vorstellungsvermögen mir bei der Tierkommunikation hilft

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links kaufen, erhalte ich eine Provision, für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Für einen Kunden ist ein Bild in meinem Kopf in Sekunden fertig — vier Farbflächen, eine Stimmung, ein Moodboard. Für eine misstrauische Straßenkatze unter meinem Sofa habe ich acht Wochen gebraucht, um zu merken, dass mein visuelles Vorstellungsvermögen bei der Tierkommunikation genau derselbe Trick ist, nur sehr viel langsamer.

Mira kam vor sechs Monaten zu mir, nach vier Jahren als eine von geschätzt vier Millionen Straßenkatzen in Rumänien. Seitdem hütet sie tagsüber das Sofa, frisst nachts heimlich und macht aus jedem Tierarztbesuch ein kleines Drama, obwohl die Tierärztin sagt, körperlich sei mit ihr alles in Ordnung. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links: Wenn du über einen Link wie den zum Tierkommunikation Basis Kurs kaufst, bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich schreibe hier nur auf, was bei mir und Mira in Leipzig tatsächlich passiert.

Visuelles Denken statt komplizierte Erklärungen

Als Grafikdesignerin denke ich beruflich seit Jahren automatisch in Bildern. Bekomme ich ein Briefing, baut mein Kopf sofort ein Moodboard — Farben, Texturen, eine Stimmung, noch bevor ich den Satz zu Ende gelesen habe. Dass ausgerechnet diese Gewohnheit mir bei einer verängstigten Katze helfen könnte, hätte ich am Anfang für kompletten Unsinn gehalten. Ich bin zu siebzig Prozent Skeptikerin, MINDESTENS.

Mein Kollege aus dem Co-Working-Space in Lindenau, Jakub, hat mich früh etwas gefragt, das mich bis heute beschäftigt: ob ich Mira eigentlich Bilder schicke oder nur versuche, sie mit Logik zu überzeugen. Genau Letzteres hatte ich am Anfang gemacht — ich habe ihr in klaren, vernünftigen Sätzen erklärt, dass der Staubsauger sie nicht fressen will. Das Ergebnis war ein Kopfschmerz hinter dem linken Auge und eine Katze, die sich keinen Zentimeter bewegt hat. Kompletter Fehlschlag.

Im Tierkommunikation Basis Kurs wird erklärt, dass jeder Mensch einen anderen Kanal hat — manche hören eher Worte, manche spüren körperlich, ich sehe eben Bilder. Also habe ich aufgehört, Mira etwas zu erklären, und angefangen, ihr Farbe zu schicken. Ich habe mir ein bestimmtes Blau vorgestellt, das ich einmal für das Branding eines Wellness-Kunden entworfen hatte, und mir ausgemalt, wie es wie eine ruhige Fläche unter das Sofa fließt.

Beim dritten oder vierten Versuch hat sie geblinzelt. Langsam, mit beiden Augen gleichzeitig, genau in dem Moment, in dem das Blau in meinem Kopf am klarsten war. War das Zufall, weil ich mich gerade nicht bewegt habe? Vermutlich zu einem großen Teil, ja — aber diese Frage stelle ich mir seitdem nach fast jedem Versuch, ob das jetzt ihr Signal war oder nur mein eigener Wunsch, dass es endlich funktioniert.

In der vierten Woche kam der Moment, der mich bis heute am meisten überzeugt. Ich fotografiere manchmal mit dem Handy unters Sofa, einfach um zu checken, ob sie überhaupt noch da ist — und auf einmal war auf dem Display kein verschwommener Schatten mehr, sondern zwei Augen, die genau in die Kamera blickten, als würde sie zurückschauen, nicht wegschauen.

Ihre Ohren, die sonst flach am Kopf lagen, standen an diesem Tag zum ersten Mal seit Wochen nach vorne. Ein kleines Zeichen, aber genau die Art von Körpersprache, auf die ich inzwischen automatisch achte.

Pantone-Farbfächer und Skizzenbuch einer Grafikdesignerin, die visuelles Denken für Tierkommunikation mit ihrer Rettungskatze nutzt.

Was, wenn man gar keine Bilder sieht?

Nicht jeder hat diesen visuellen Zugang, das habe ich im Austausch mit anderen Kursteilnehmerinnen gelernt. Es gibt Menschen mit Aphantasie, die vor ihrem inneren Auge grundsätzlich nichts sehen, und für die viele klassische Übungen frustrierend sind, weil ständig vorausgesetzt wird, dass man sich 'ein Bild macht'. Falls dich das eher beschreibt, lohnt sich dieser Artikel: Tierkommunikation ohne Bilder: Wie ich Gefühle meiner Katze besser wahrnehme.

Eine Leserin, Ottoline, hat das in einem Kommentar unter einem meiner ersten Beiträge einmal genau auf den Punkt gebracht. Sie sehe bei ihrer eigenen Katze nie Bilder, schrieb sie, sondern eher abrupte Stimmungswechsel, wie ein Wetterumschwung. Wenige Sätze, aber genau die richtigen.

Katzen nehmen Bewegungen am Rand ihres Blickfelds deutlich stärker wahr als wir Menschen. Deshalb versuche ich beim Visualisieren auch, meinen eigenen Blick weicher zu machen, fast wie einen Weichzeichner-Filter, damit ich nicht so bedrohlich wirke.

Nahaufnahme des Katzenauges einer scheuen Rettungskatze unter dem Sofa, ein Moment beginnender Tierkommunikation.

Ein Videocall hat bei uns nichts verändert

Bevor ich vom Kurs überhaupt wusste, hatte ich eine Katzenverhaltensberatung per Videocall gebucht. Eine freundliche, kompetente Frau am anderen Ende des Bildschirms hat sich Miras Geschichte geduldig angehört und mir ein paar sinnvoll klingende Tipps gegeben — mehr Verstecke, feste Fütterungszeiten, Geduld. Nichts davon hat irgendetwas an Miras Verhalten verändert. Sie versteckte sich weiter, fauchte weiter, aß weiter nur nachts.

Das war ERNSTHAFT frustrierend, weil die Ratschläge auf dem Papier alle Sinn ergaben. Vielleicht hätte es bei einer anderen Katze funktioniert. Bei Mira hat es null verändert, und genau diese Erfahrung hat mich überhaupt erst so skeptisch an den Basis-Kurs herangehen lassen — ich wollte keine weiteren gut gemeinten Tipps, die ins Leere laufen. Danach bin ich oft eine Runde durch den Lene-Voigt-Park gelaufen, um überhaupt wieder klar denken zu können, bevor ich es am Abend erneut versucht habe.

Weiter üben, auch an den stillen Tagen

Eine Tierkommunikatorin bin ich deshalb noch lange nicht. Ich bin eine Frau aus Leipzig, die morgens mit ihrem Kaffee auf dem Boden sitzt und hofft, dass ihre Katze heute die Pfote ein Stück weiter aus dem Schatten streckt. Diese Minuten morgens, bevor draußen die ersten Bahnen zu rattern anfangen, sind die einzige wirklich stille Zeit am Tag. Manchmal klappt es, oft auch nicht — an manchen Tagen starrt Mira mich einfach nur an, als wäre ich die seltsame Frau, die auf dem Parkett liegt.

Was ich aus den letzten zwei Monaten mitnehme, ist eigentlich simpel: Der Kanal, über den man sonst im Alltag funktioniert — Bilder, Gefühle, Worte —, ist meistens auch der Kanal, der bei einem ängstlichen Tier zuerst etwas bewegt. Bei mir sind das Farben. Bei jemand anderem ist es vielleicht ein Tonfall oder ein Gefühl im Bauch, kein Bild.

Der Tierkommunikation Basis Kurs war für mich der Anker, um überhaupt in dieses Thema reinzukommen, ohne mich komplett lächerlich zu fühlen dabei. Falls du eher über Gefühle statt Bilder gehst, findest du hier ein paar Ansätze gegen die Skepsis: Intuition trainieren für Tierkommunikation: Meine Tipps gegen die Skepsis. Und weil der nächste Tierarztbesuch bei uns garantiert wieder zum kleinen Drama wird, schreibe ich demnächst auf, wie wir uns mental darauf vorbereiten: Angstkatze beruhigen Tipps: Mentale Vorbereitung auf den nächsten Tierarztbesuch.

Wenn Mira wirklich krank wirkt, bleibt die Tierärztin trotzdem meine erste Anlaufstelle — Tierkommunikation ist für mich ein Weg zu ihrer Stimmung, kein Ersatz für Medizin, und ich habe selbst keinerlei medizinische Ausbildung. Bis zum nächsten Update: Farbe für Farbe, ein Blinzeln nach dem anderen.

Verwandte Artikel