Kleine Zeichen

Warum frisst meine Katze nur nachts? Mein Tagebuch zwischen Skepsis und Tierkommunikation

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Warum frisst eine Katze nur dann, wenn niemand hinschaut? Diese Frage stelle ich mir, seit Mira bei mir eingezogen ist – eine rumänische Hauskatze, die den Tag komplett unter meinem Sofa verbringt und erst frisst, wenn in der Wohnung längst Ruhe eingekehrt ist. Sie ist eine waschechte Angstkatze, und ich beschäftige mich seither mit Tierkommunikation – nicht weil ich groß daran glaube, sondern weil mir die üblichen Ratschläge einfach ausgegangen sind.

Kurzer Hinweis vorab: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Kaufst oder buchst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Ich schreibe hier als absolute Anfängerin, nicht als Expertin – dieser Erfahrungsbericht ist genau das: ein Erfahrungsbericht, kein Ratgeber. Meine Transparenz-Seite verlinke ich an anderer Stelle im Blog.

Warum frisst meine Katze eigentlich nur nachts?

Die Tierärztin hat Mira einmal komplett durchgecheckt, unter viel Fauchen und einem Krallenhieb, der mir noch tagelang wehtat. Organisch: alles in Ordnung. Trotzdem frisst sie fast ausschließlich nachts, und lange habe ich das als eine Art Ablehnung gelesen, obwohl mein Kopf wusste, dass das Quatsch ist.

Unspektakulär, aber wahr: Angstkatzen, die sich tagsüber verstecken, trauen sich oft erst nachts aus ihrem Versteck heraus, um zu fressen und die Toilette zu benutzen. Das Dunkel und die Ruhe geben ihnen das Gefühl, dass gerade niemand etwas von ihnen will. Mit Energiefeldern oder Resonanz, wie ich anfangs vermutet hatte, hat das wenig zu tun. Sobald ich das begriffen hatte, hörte ich auf, ihr Fressverhalten als etwas Persönliches zu nehmen.

Bevor ich das begriffen habe, bin ich eine Zeit lang einem ganz anderen Ansatz nachgelaufen: dem Tierkommunikation Basis Kurs, in dem es anfangs vor allem um mentale Bilder und Geduld ging, nicht um Katzenverhalten im klassischen Sinn. Wer mehr über meine Anfänge damit wissen will, findet mehr in meinem Bericht über meine Erfahrungen mit dem Tierkommunikation Basis Kurs.

Drei Futternäpfe und keine klare Antwort

Noch bevor ich überhaupt von Tierkommunikation gehört hatte, habe ich es mit Logik versucht. Drei verschiedene Futtersorten, alle gleichzeitig hingestellt, in der Hoffnung, ihre Vorliebe zu entschlüsseln und das Problem einfach wegzufüttern. Das Ergebnis: Sie hat nachts von allen dreien genascht, mal mehr, mal weniger, und tagsüber weiterhin gar nichts angerührt. Keine Präferenz, keine Lösung – nur drei kalte Näpfe am nächsten Morgen.

NIEMAND hatte mir gesagt, dass Beharrlichkeit allein hier nichts bringt. Im Kurs schreiben viele Anfängerinnen anfangs, dass überhaupt nichts passiert. Ich kenne das Gefühl inzwischen ziemlich gut. Manchmal lautet die einzige Antwort auf die Frage, was funktioniert hat: noch nichts, aber ich mache trotzdem weiter.

Notizbuch mit Beobachtungen zur Tierkommunikation bei einer ängstlichen Straßenkatze neben einer Tasse Kaffee auf dem Dielenboden

Jakub fragt genauer nach, statt den Kopf zu schütteln

Mein Kollege Jakub, mit dem ich mir seit einer Weile einen Tisch im Co-Working-Space in Lindenau teile, verdreht bei dem Thema nie die Augen. Stattdessen stellt er präzise Fragen – neulich wollte er genau wissen, woran ich merke, dass sich bei Mira gerade etwas verändert, und nicht, ob ich mir das alles nur einbilde. Diese Art zu fragen bringt mich jedes Mal weiter als reine Skepsis es könnte.

Ich erzähle ihm dann meistens von der Körpersprache der Katze unter dem Sofa – die Details dazu habe ich in einem eigenen Text gesammelt, hier reicht mir der kurze Hinweis.

Zweite Sache aus dem Tierkommunikation Basis Kurs, mit der ich nicht gerechnet hatte: Es geht dort viel weniger um Zauberei, als der Name vermuten lässt, und mehr um Aufmerksamkeit. Eine Übung besteht schlicht darin, der Katze gedanklich ruhige Bilder zu schicken – ob das bei Mira wirklich ankommt oder nur mein eigenes Nervensystem beruhigt, kann ich bis heute nicht sicher sagen.

Andere Techniken aus dem Kurs liegen bei mir dagegen komplett brach. Die Selbsthilfe mit der Einhandrute für Tiere zum Beispiel – Pendeln ist mir aktuell schlicht eine Nummer zu wild, das Ding liegt seit Wochen ungeöffnet in der Schublade.

Ist das schon Tierkommunikation, oder bilde ich mir das nur ein?

Neulich saß ich vor dem Sofa, ohne besondere Erwartung, einfach nur da. Plötzlich spürte ich etwas Warmes an meinem Bein. Mira hatte sich, ohne dass ich es kommen hörte, direkt neben mich gesetzt. Kein Blickkontakt, kein dramatischer Moment. Nur dieses warme Gewicht an meiner Wade, während ich weiter geradeaus geschaut habe, weil ich Angst hatte, sie durch eine falsche Bewegung wieder zu verscheuchen.

Ihr Atem war kaum zu hören. Aber ihr Brustkorb hob und senkte sich in einem ruhigen, fast unbeteiligten Rhythmus, und genau das hat mich mehr beruhigt, als ich es für möglich gehalten hätte. Ob das schon Kommunikation war oder einfach nur eine müde Katze, die sich einen wärmeren Platz gesucht hat? Ich weiß es nicht. Beides schließt sich für mich inzwischen nicht mehr aus.

Genau dieses Sitzen – nicht frontal, nicht fixierend, ohne Ziel im Kopf – beschreibe ich ausführlicher in meinem Text über das richtige Sitzen vor dem Sofa; hier will ich es nicht wiederholen.

Leerer Futternapf tagsüber – typisches Zeichen einer Angstkatze, die nur nachts frisst

Vorlesen am Abend und was der Kurs wirklich lehrt

Abends lese ich Mira inzwischen manchmal laut aus einer Zeitschrift vor, einfach damit meine Stimme etwas Konstantes und Ruhiges im Raum ist, ohne dass ich von ihr irgendeine Reaktion erwarte. Das war keine Kursübung, nur eine Idee, die mir logisch erschien, nachdem ich verstanden hatte, wie viel Druck reine Erwartung erzeugen kann.

Der Tierkommunikation Basis Kurs hat mir vor allem beigebracht, wie ich selbst ruhiger werde, damit Mira sich in meiner Nähe sicher fühlen kann. Ob ich irgendwann den Tierkommunikation Aufbaukurs anhänge, weiß ich noch nicht – erst will ich den Basiskurs wirklich zu Ende bringen, bevor ich mir das nächste Kapitel vornehme.

Frau sitzt ruhig vor dem Sofa und liest der versteckten Angstkatze vor, kleiner Moment aus einem Tierkommunikation-Erfahrungsbericht

Ottolines kurze, genaue Sätze

Unter einem meiner letzten Beiträge schrieb eine Leserin namens Ottoline Stahl einen Kommentar, der mich noch tagelang beschäftigt hat – kurz, aber jedes Wort mit Bedacht gewählt. Sie fragte, ob so etwas wie Tierkommunikation auch aus der Distanz funktioniert, wenn man sein Tier gerade nicht im selben Raum hat. Meine Antwort darauf: Ich übe das bisher kaum, weil ich noch genug damit zu tun habe, direkt vor dem Sofa überhaupt etwas wahrzunehmen.

Kleine Signale zählen für mich inzwischen mehr als der eine große Moment, auf den ich am Anfang gewartet habe – wie genau das aussieht, beschreibe ich ausführlicher in meinem Beitrag Tierkommunikation – Einbildung oder echt?

Falls auch du gerade vor einem Sofa sitzt und mit einer Katze lebst, die dich nachts füttert, aber tagsüber ignoriert: Fang nicht bei der großen Frage an, ob das alles echt ist. Fang bei der kleinen Frage an, was sich seit deiner letzten Beobachtung verändert hat. Das lässt sich wenigstens beantworten.

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