Kleine Zeichen

Tierkommunikation lernen für Anfänger ohne spirituelle Vorkenntnisse

Die Transportbox hat einen Riss im Plastikgitter, seit Mira beim letzten Tierarztbesuch versucht hat, sich rückwärts wieder rauszuquetschen. Sie ist meine Tierschutzkatze aus Rumänien, seit sechs Monaten bei mir und bis heute die meiste Zeit unter dem Sofa verschwunden. Grafikdesignerin bin ich von Beruf, keine Tierkommunikatorin und schon gar keine Esoterikerin – aber als Anfängerin ohne jede spirituelle Vorerfahrung probiere ich seit einer Weile Tierkommunikation aus, weil beim Tierarzt sonst nichts mehr geholfen hat. Dieser Text ist kein fertiger Guide mit Checkliste, sondern ein ehrlicher Vergleich von zwei sehr unterschiedlichen Wegen, an denen ich mich als totale Skeptikerin versucht habe.

Kurz und ehrlich vorab: Ich verlinke hier zu den Kursen, die ich selbst ausprobiere. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, am Preis für dich ändert sich nichts. Fachfrau für Tierverhalten oder Tiermedizin bin ich nicht – ich beschreibe nur, was bei Mira und mir tatsächlich passiert.

Angefangen hat alles mit einer Freundin, die donnerstags in einem Keramikkurs in Plagwitz sitzt und Schalen dreht. Am Telefon hat sie halb im Scherz gesagt, ich solle es doch mal mit Tierkommunikation versuchen, statt mich weiter über missglückte Tierarztbesuche aufzuregen. Zwei Wochen später hatte ich mich, ohne es irgendjemandem zu erzählen, für den Tierkommunikation Basis Kurs angemeldet.

ECHT JETZT, dachte ich, kaum dass ich auf Absenden gedrückt hatte.

Zwei Wege für Menschen ohne jede spirituelle Vorerfahrung

Der Kurs arbeitet fast ausschließlich mit sogenannten mentalen Bildern – man schickt der Katze innere Bilder, statt in Worten zu denken. Für eine Kontrollfreak-Grafikdesignerin wie mich war das anfangs das Schwierigste überhaupt: Wann ist ein Bild wirklich von Mira, und wann ist es einfach meine eigene Deadline-Liste, die sich reinschummelt? Daneben gibt es noch einen zweiten, deutlich handfesteren Ansatz, den manche Leute parallel nutzen: die Einhandrute, mit der Bedürfnisse oder einfache Ja-Nein-Fragen bei Tieren abgefragt werden. Zwei sehr unterschiedliche Werkzeuge für dieselbe Grundfrage – und keines davon ist selbsterklärend, wenn man bei null anfängt.

Anfänger-Tagebuch zur Tierkommunikation: Notizbuch und Kaffeetasse auf dem Holzboden

Unbestritten ist immerhin, dass Katzen manches wahrnehmen, was uns entgeht – ihr Gehör reicht in Frequenzbereiche, die wir längst nicht mehr hören. Ob das etwas mit Tierkommunikation im engeren Sinn zu tun hat, kann ich nicht beurteilen. Ich beschreibe hier nur, was ich bei Mira beobachte, nicht, wie es angeblich funktioniert.

Wie visuelles Vorstellungsvermögen mir bei der Tierkommunikation hilft, beschreibe ich an anderer Stelle ausführlicher. Hier reicht so viel: Inzwischen schicke ich Mira einfache Bilder, bevor ich etwas tue, das sie erschrecken könnte – dass ich gleich den Raum verlasse, dass Futter kommt, ohne dass ich sie dabei anstarre. Kleine Blockaden gibt es trotzdem ständig, meistens genau dann, wenn mein Kopf eigentlich bei einem Kundenprojekt ist.

Dieses ständige Nachjustieren der eigenen Aufmerksamkeit ist der eigentliche Kern vom Basiskurs – man trainiert nicht, Antworten zu bekommen, sondern die eigene Wahrnehmung überhaupt erst zu schärfen. Manche im Kurs arbeiten übrigens komplett ohne Bilder und nehmen stattdessen eher Gefühle wahr, was mir selbst bisher nicht liegt. Was Mira ohnehin mehr hilft als jede einzelne Übung, sind feste Routinen im Alltag – dieselbe Uhrzeit fürs Futter, derselbe Weg zur Box, keine Überraschungen.

Mira hat als Straßenkatze Dinge erlebt, von denen ich nichts weiß, und Traumata bei Tierschutzkatzen hinterlassen nun mal Spuren, die kein Kurs über Nacht auflöst. Genau deshalb ersetzt für mich keine der beiden Methoden einen Tierarztbesuch oder eine fundierte Verhaltensberatung, wenn Mira wirklich krank wirkt.

Mentale Bilder oder Einhandrute: Der richtige Weg für absolute Skeptikerinnen

Ein kleines Beispiel aus dem Alltag: Taste ich vorsichtig mit der Hand unter das Sofa, spüre ich zuerst die raue Unterseite des Polsters, lange bevor ich überhaupt in die Nähe von Miras Pfote komme – und trotzdem zuckt sie manchmal schon vorher zurück, OBWOHL ich sie noch gar nicht berühre. Solche kleinen Signale ernst zu nehmen, ohne sie zu bedrängen, ist die eigentliche Basis von dem, was im Kurs Vertrauensaufbau heißt. Die Einhandrute funktioniert komplett anders: Man stellt eine konkrete Frage und liest die Bewegung des Werkzeugs, ganz ohne dieses langsame Herantasten. Wer wie ich lieber lange still vor dem Sofa sitzt und wartet, findet das anfangs fast zu schnell.

Objektiv ist die Rute das direktere Werkzeug – man bekommt ein Ja oder Nein, ohne tagelang auf ein einziges Bild zu warten. Genau das macht sie aber auch angreifbarer: Wie leicht schummelt sich der eigene Wunsch nach einer bestimmten Antwort in die Handbewegung? Bei den mentalen Bildern trainiert man wenigstens über die Zeit, die eigene Intuition von blankem Wunschdenken zu unterscheiden.

Die Beruhigungstropfen vor der Transportbox haben bei Mira nichts gebracht

Tierschutzkatze unter dem Sofa: Nahaufnahme der Katzenaugen im Dunkeln bei der Tierkommunikation

Bevor ich überhaupt vom Kurs wusste, hatte die Tierärztin uns beruhigende Tropfen mitgegeben, die wir vor jedem Transportboxbesuch ins Futter mischen sollten. Verändert hat das nichts. Mira hat trotzdem gefaucht, sich unters Bett verkrochen und sich am Ende doch wieder mit letzter Kraft aus der Box gekämpft, während ich blutend am Küchentisch saß und überlegte, was ich sonst noch versuchen könnte.

Der Transportbox-Termin läuft trotzdem inzwischen anders ab als früher – nicht, weil ich Mira mehr von den Tropfen gebe, sondern weil ich sie in Gedanken vorbereite, schon bevor die Box aus dem Schrank kommt. Beweisen kann ich das nicht. Verglichen mit den Tropfen ist es aber zumindest der einzige Versuch, der bei uns beiden überhaupt etwas verändert hat.

Vor ein paar Nächten bin ich wach geworden, weil aus dem Schlafzimmer ein Schnurren kam – das erste, seit Mira vor einem halben Jahr bei mir eingezogen ist. Aufgestanden bin ich nicht. Ich wollte nicht nachsehen und riskieren, dass es sofort wieder aufhört.

Im Alltag mache ich ständig etwas Ähnliches, nur ohne es so zu nennen. An der Straßenbahnhaltestelle am Augustusplatz sehe ich oft schon von Weitem, wer gerade gestresst zur Arbeit hetzt und wer entspannt unterwegs ist – an der Körperhaltung, nicht an dem, was jemand sagt. Bei Mira ist es dieselbe Übung, nur dass ich zusätzlich versuche, ihr selbst etwas zurückzuschicken.

Was mich am meisten beschäftigt, ist ohnehin nicht die Frage, was zu tun ist, wenn die Angstkatze endlich unter dem Sofa vorkommt, sondern wie ich es schaffe, dass sie sich dort unten überhaupt sicher genug fühlt, um an mehr als Verstecken zu denken.

Die Entscheidung treffen: welcher Weg sich für wen lohnt

Übung zur Tierkommunikation für Anfänger: entspannte Handhaltung einer Skeptikerin

Aus allem, was ich bisher probiert habe, würde ich es so sortieren: Wer stark verkopft ist und lieber langsam die eigene Wahrnehmung trainiert, ist mit dem Tierkommunikation Basis Kurs vermutlich besser bedient. Er verlangt Geduld, baut aber etwas auf, das über eine einzelne Antwort hinausgeht.

Wer sich nach dem Basiskurs wirklich weiter vertiefen will, findet später noch den Tierkommunikation Aufbaukurs – für mich persönlich lohnt sich das erst, wenn die Grundlagen wirklich sitzen und nicht nur teilweise funktionieren.

Für alle, die sich mit reiner Stille schwertun und lieber etwas Konkretes in der Hand halten wollen, ist die Selbsthilfe mit der Einhandrute vermutlich der bessere Einstieg, auch wenn sie für eine Kopfmenschin wie mich noch die größere Hürde bleibt. Bei mir liegt sie bislang mehr im Schreibtisch als in Gebrauch, was mehr über meinen eigenen Zugang aussagt als über das Werkzeug.

Schnurren im Halbschlaf, ein Blick, der nicht sofort wieder wegspringt, ein Termin bei der Tierärztin, der weniger blutig endet als früher – das sind die Momente, für die sich beide Wege überhaupt lohnen, nicht ein fertiges Gespräch mit meiner Katze. Probier es aus, wenn dich das genauso wenig loslässt wie mich, aber bleib dabei kritisch. Für den Einstieg würde ich trotzdem zuerst zum Basiskurs raten, bevor irgendein Werkzeug in die Hand kommt.

8.8

Tierkommunikation Basis Kurs [Mein aktueller Kurs]

Vorteile

  • ✓ Perfekt für absolute Null-Starter ohne Vorwissen
  • ✓ Übungen lassen sich super in den Alltag integrieren
  • ✓ Die Kursleiterin hat eine sehr bodenständige, angenehme Art
  • ✓ Helfen, die eigene Wahrnehmung radikal zu schärfen

Nachteile

  • ✗ Man braucht viel Geduld (bei mir passierte lange erst einmal gar nichts)
  • ✗ Manche Begriffe sind für Hardcore-Skeptiker gewöhnungsbedürftig
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