Kleine Zeichen

Was denkt meine Katze unter dem Sofa? Erste Erfolge mit Tierkommunikation

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Der Napf ist leer. Nicht halb, nicht mit ein paar Krümeln am Rand, komplett blank, und ich stehe im Flur mit der Kaffeetasse in der Hand und weiß im ersten Moment gar nicht, wie ich das einordnen soll. Seit Mira vor sechs Monaten aus dem rumänischen Tierschutz zu mir gezogen ist, hat sie noch nie gefressen, wenn ich in der Nähe war. Und jetzt das.

Seitdem sammeln sich bei mir im Kommentarfeld immer wieder ähnliche Fragen — von anderen Katzenmamas in Leipzig, von Leserinnen mit eigener Tierschutzkatze und ihrer eigenen Eingewöhnung, von Leuten, die genauso skeptisch gegenüber Tierkommunikation waren wie ich am Anfang. Deshalb beantworte ich hier der Reihe nach, was mich zu meiner Tierkommunikation-Erfahrung mit Mira am häufigsten gefragt wird — kein Erfahrungsbericht von Anfang bis Ende, eher ein Skeptiker-Tagebuch in Frage-und-Antwort-Form.

Als bei Mira nach den ersten Monaten weder Geduld noch Leckerli-Training etwas verändert hatten, habe ich den Tierkommunikation Basis Kurs gebucht — mehr aus Verzweiflung als aus Überzeugung.

Tierkommunikations-Tagebuch mit handschriftlichen Notizen liegt auf dem Parkettboden neben dem Sofa

Denkt meine Katze wirklich etwas, wenn sie unter dem Sofa liegt?

Mein Kollege Jakub aus dem Co-Working-Space in Lindenau hat mich das neulich ganz nüchtern gefragt, ohne die Augen zu verdrehen — er stellt sowieso lieber präzise Fragen, als mir Unglauben entgegenzuhalten. Meine ehrliche Antwort: ja, wahrscheinlich denkt sie etwas. Ob das, was ich mir dabei vorstelle, wirklich von ihr kommt, kann ich dir nicht beweisen. Worauf ich achte, um zwischen Zufall und Muster zu unterscheiden, kann ich dir aber sagen — und das bringt am Ende mehr als jede Definition.

Im Kurs habe ich gelernt, dass mentale Bilder im Kopf entstehen können, ohne dass man dafür ein Medium sein muss — man schickt kein Gefühl, sondern ein einzelnes, ruhiges Bild. Bei Mira funktioniert ein simples Bild spürbar besser als ein aufgeladener Wunsch, das ist meine Antwort auf Jakubs Frage in einem Satz.

Warum eine Tierschutzkatze bei der Eingewöhnung andere Signale braucht als eine Katze vom Züchter

Eine Katze, die auf der Straße überlebt hat, tickt anders als eine Katze, die von klein auf in einem Wohnzimmer großgeworden ist. Was ich aus den Tierkommunikation Übungen für zuhause für Mira mitgenommen habe: weniger fordern, mehr anbieten, und ihr die Entscheidung überlassen, wann sie kommt. Der Stresspegel liegt bei einer Straßenkatze einfach woanders als bei einer Katze vom Züchter, klassisches Belohnungstraining mit Klicker oder Leckerli greift bei Mira kaum. Manche nennen das eine Art Deprivationssyndrom — wie genau das im Körper oder im Gehirn abläuft, erkläre ich hier bewusst nicht, das würde ich als Grafikdesignerin auch gar nicht seriös können.

Wie man sich dafür am besten vor dem Sofa hinsetzt, ist schon wieder ein eigenes Thema für sich — dazu schreibe ich an anderer Stelle ausführlicher, ohne hier weiter darauf einzugehen.

Ist das kleine Zeichen echt, oder bilde ich es mir nur ein?

Diese Frage begleitet mich bei jedem einzelnen Detail, das ich aufschreibe. Ein Ohr, das sich kurz dreht. Ein Schwanz, der einmal leicht zuckt. Ich weiß es nicht immer — und genau deshalb schreibe ich es auf, statt es nur zu fühlen und danach wieder zu vergessen.

Tierschutzkatze blinzelt langsam unter dem Sofa als kleines Zeichen bei der Tierkommunikation-Erfahrung

Nach etwa zwölf Minuten auf dem kalten Boden merke ich meist schon, wie mein Unterschenkel komplett taub wird — ein ziemlich unspirituelles Detail, das mir aber ziemlich genau zeigt, wie lange ich inzwischen still sitzen bleibe, ohne aufzugeben.

Der leere Napf am Morgen war für mich deshalb so ein Wendepunkt, weil ich in dem Moment im Nebenzimmer am Schreibtisch saß und einfach nur an sie gedacht hatte, ohne selbst im Raum zu sein. Ob das wirklich mit einer Art Arbeit auf Distanz zusammenhängt oder ob ich mir das einfach nur EINBILDE, kann ich nicht mit Sicherheit sagen — ein eigenes Kapitel, das ich an anderer Stelle vertieft habe. Die längere Version davon, wie ich kleine Zeichen von reiner Einbildung unterscheide, habe ich ebenfalls in einem eigenen Beitrag aufgedröselt. Hier reicht mir die Kurzfassung: ich schreibe es auf, und ich schaue, ob es sich über mehrere Tage wiederholt.

Kleine Zeichen sammeln, bevor du an dir selbst zweifelst

Am Anfang passiert bei den meisten gar nichts, und genau da hören die meisten wieder auf. Über diese komplett ereignislose Anfangsphase habe ich an anderer Stelle ein ganzes Tagebuch geführt, für alle, die gerade an dem Punkt sind, an dem nichts passiert und man sich fragt, ob man den Verstand verliert.

Was ich als Kriterium für echte Veränderung nehme, ist simpel: Position auf dem Sofa, Ohrenstellung, Blinzeln — wenn sich zwei von drei über mehrere Tage in die gleiche Richtung bewegen, zähle ich das als Zeichen, nicht als Zufall. Wie man Blinzeln und Ohrenstellung im Detail liest, ist wieder ein eigenes Thema, das ich hier nur anreiße.

Reicht es, nur fünf Minuten am Tag zu üben?

Bei mir schon.

Mehr Zeit hatte ich unter der Woche ohnehin selten. Fünf Minuten am Morgen, bevor der erste Kaffee überhaupt richtig durchgelaufen ist, reichen aus, um ein Bild zu schicken und danach zu beobachten, was passiert.

Die ganze Vorgeschichte, warum ich bei Mira überhaupt an diesen Punkt gekommen bin, habe ich in einem anderen Beitrag über die ersten sechs Monate mit einer rumänischen Straßenkatze aufgeschrieben.

Warum die Verhaltensberatung per Videocall bei uns nichts gebracht hat

Bevor ich überhaupt bei Tierkommunikation gelandet bin, hatte ich eine Katzenverhaltensberatung per Videocall gebucht. Die Beraterin war freundlich, die Tipps waren fachlich sauber — mehr Rückzugsorte, mehr Verstecke, Futter nur noch zu festen Zeiten.

Bei Mira hat sich dadurch konkret nichts verändert.

Sie blieb unter dem Sofa, der Napf blieb bis auf die Nacht unberührt, und ich saß nach dem Gespräch ziemlich ratlos vor meinem Laptop. Das war kein Vorwurf an die Beraterin — ihr Rat war einfach für eine andere Art Katze gedacht, eine, die schon eine Bindung zu Menschen hat und diese nur neu sortieren muss. Mira hatte diese Bindung noch nie gehabt. Deshalb kam der Kurs für mich danach als nächster Versuch, nicht als erster.

Der Kurs, den ich gerade ausprobiere

Der Tierkommunikation Basis Kurs ist bei mir kein Wundermittel, aber bislang der einzige Ansatz, der überhaupt eine Reaktion bei Mira ausgelöst hat, die ich nachvollziehen kann. Die Übungen sind kurz, die Sprache ist ruhiger, als ich erwartet hatte, und niemand verlangt von mir, an irgendetwas zu glauben, bevor ich es nicht selbst gesehen habe.

Hände halten eine Tasse Kaffee während im Hintergrund der Online-Kurs zur Tierkommunikation für Anfängerinnen läuft

Eine Leserin, Ottoline Stahl, hat mir dazu neulich in den Kommentaren einen einzigen Satz geschrieben, kein Wort zu viel: Sie wollte wissen, ob sich der Kurs auch lohnt, wenn man am Ende gar nicht an Tierkommunikation glaubt, sondern nur ruhiger werden will. Meine Antwort: ja, dann lohnt er sich sogar eher, weil die Übungen selbst schon beruhigend wirken, unabhängig davon, ob am anderen Ende wirklich jemand zuhört.

Ob ich irgendwann den Aufbaukurs dazu buche, weiß ich noch nicht — dafür will ich erst sehen, ob das, was gerade zwischen Mira und mir passiert, über einen längeren Zeitraum hält und kein einmaliger glücklicher Zufall war. Bis dahin bleibt es bei fünf Minuten am Morgen, einem leeren Napf, der mich jedes Mal aufs Neue überrascht, und der Frage, die wahrscheinlich nie ganz verschwindet: ob ich mir das alles nur einbilde, oder ob da unter dem Sofa wirklich jemand zurückdenkt.

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