Kleine Zeichen

Nach dem Basiskurs: Wann der Tierkommunikation Aufbaukurs für uns Sinn macht

Fünf Nachrichten liegen gerade in meinem Kommentarfeld, alle fünf mit derselben Frage: Lohnt sich der Tierkommunikation Aufbaukurs, wenn der Basiskurs gerade erst vorbei ist und die eigene Angstkatze aus dem Tierschutz immer noch lieber unter dem Sofa sitzt als daneben? Kurze Antwort zuerst: Der Aufbaukurs macht für mich erst Sinn, wenn im Basiskurs mindestens einmal ein Zeichen aufgetaucht ist, das sich nicht wegerklären lässt – und wenn klar ist, dass du keine Tierkommunikatorin werden willst, sondern nur eine bessere Zuhörerin für dein Tier.

Bevor es weitergeht, kurz die Offenlegung: Dieser Text enthält Affiliate-Links zu Kursen, die ich selbst gerade durcharbeite. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Hier ist meine vollständige Offenlegung.

Meine Mira ist eine Tierschutzkatze aus Rumänien, seit sechs Monaten bei mir in Leipzig, und bis heute lebt sie lieber unter dem Sofa als davor. Als Katzenmama mit einer Angstkatze aus dem Tierschutz wird man irgendwann erfinderisch, und genau an dem Punkt kam die Tierkommunikation für mich ins Spiel – halb aus Verzweiflung, halb aus Neugier.

Reicht der Basiskurs nicht eigentlich schon?

Genau das habe ich mich selbst zuerst gefragt. Der Tierkommunikation Basis Kurs bringt dir bei, dich hinzusetzen und innerlich die Klappe zu halten, statt ständig etwas von deinem Tier zu wollen. Es ist ein bisschen so, wie man als Freelancerin in einem Co-Working-Space lernt, an der Stimmung im Raum abzulesen, wer gerade unter Druck steht, ohne dass jemand ein Wort sagt – man achtet auf andere Signale, weil die üblichen fehlen. Diese erste Phase, in der scheinbar gar nichts passiert, kennt jede Anfängerin, aber das ist eine andere Geschichte für sich.

Im Kurs geht es auch viel um mentale Bilder, die einem beim stillen Sitzen kommen sollen. Bei mir kam darüber lange schlicht gar nichts – das ist nochmal ein eigenes Kapitel, das ich hier nicht aufmache. Für mich persönlich war der Basiskurs immerhin genug, um Mira überhaupt einmal ruhig auf der Sofakante sitzen zu sehen, statt sofort zu verschwinden. Aber irgendwann kommt man an eine Wand: Man merkt, dass da noch Nuancen sind, die man mit den Basis-Werkzeugen nicht mehr greifen kann.

Das Zeichen vor dem Sofa, das ich mir nicht erklären konnte

In der Stille kurz bevor draußen die erste Straßenbahn losrattert, ist bei Mira schon das kleinste Geräusch zu viel. Genau in so einem Moment ist bei mir etwas hängengeblieben: Ich hatte gerade die Socken ausgezogen und neben mich gelegt, da schob Mira ihre Nase vor, schnupperte kurz daran und zog sich wieder zurück. Kein großer Moment für irgendjemand anderen. Für mich war es der erste freiwillige Schritt in meine Richtung seit Wochen.

Ob so ein kleines Zeichen echt ist oder nur Einbildung, ist eine Debatte, die ich an anderer Stelle ausführlicher führe. Was mir dabei geholfen hat, war vor allem, richtig vor dem Sofa zu sitzen, ohne Druck aufzubauen. Ohrenstellung und Blinzeln bei Katzen zu lesen ist übrigens nochmal ein eigenes Thema, das andere hier im Blog besser abdecken als ich in diesem Text.

Der Videocall mit der Verhaltensberaterin hat bei uns nichts gebracht

Jakub, ein Kollege aus meinem Co-Working-Space in Lindenau, hatte mir kurz vorher wieder mal so eine Verhaltensstudie über verängstigte Katzen geschickt, ganz ohne Kommentar dazu – das macht er öfter. Danach dachte ich, professionelle Hilfe von außen könnte schneller gehen als das ganze Sitzen und Warten, also habe ich eine Katzenverhaltensberatung per Videocall gebucht.

Die Beraterin hat sich Miras Verstecken über die Kamera angeschaut, mir ein paar allgemeine Tipps zur Fütterung gegeben, die ich alle schon aus eigener Recherche kannte, und am Ende hatte ich eine Rechnung, aber keine einzige neue Idee. Ob Tierkommunikation auch aus der Distanz funktioniert, so wie es manche im Kurs behaupten, ist nochmal ein ganz eigenes Thema, das ich hier nicht aufmache. Bei mir hat jedenfalls nur die direkte Zeit vor dem Sofa etwas verändert, kein Ferngespräch. Und ja, ICH WAR TROTZDEM EIN BISSCHEN GEKNICKT, DASS ES NICHT SCHNELLER GING.

Drei Dinge sollten stimmen, bevor der Aufbaukurs Sinn macht

Wenn du wissen willst, ob der Tierkommunikation Aufbaukurs für dich passt, würde ich auf drei Dinge schauen. Erstens: Du hast die Übungen aus dem Basiskurs eine ganze Weile gemacht, nicht nur einmal reingeschaut und dann liegen lassen. Zweitens: Du hast akzeptiert, dass du dabei keine Profi-Tierkommunikatorin wirst, sondern einfach nur eine aufmerksamere Zuhörerin für dein Tier sein willst. Drittens: Du hast selbst schon mindestens ein kleines Zeichen bemerkt, das über reinen Zufall hinausgeht, bei mir war das die Sache mit der Socke vor dem Sofa.

Fehlt eines dieser drei Dinge, würde ich mit dem Aufbaukurs noch warten. Nicht weil er schlecht wäre, sondern weil er auf Werkzeugen aufbaut, die erst sitzen müssen, bevor die nächste Ebene überhaupt etwas bringt.

Und was ist mit dem anderen Weg, der Einhandrute?

Auf meinem Schreibtisch liegt seit Wochen ungeöffnet ein Pendelset, dazu passend gibt es im Kurskatalog auch Selbsthilfe mit der Einhandrute für Tiere. Um ganz offen zu sein: Das ist mir aktuell noch zu fremd. Ich brauche gerade eher jemanden, der eine Sprache spricht, die ich als Grafikerin nachvollziehen kann – Fokus und Wahrnehmung statt Pendel und Rituale. Vielleicht ändert sich das noch, aber im Moment bleibt die Rute zu.

Ottoline fragt mich immer zuerst nach dem Tierarzt

Ottoline hat mir letzte Woche in den Kommentaren geschrieben, während ich gerade eine Runde durch den Clara-Zetkin-Park gedreht habe, um kurz rauszukommen, bevor ich mich wieder vors Sofa setze. Wie fast immer wollte sie zuerst wissen, wie es aktuell beim Tierarzt aussieht, bevor sie überhaupt auf Tierkommunikation zu sprechen kam – eine Reihenfolge, die ich inzwischen selbst übernommen habe, wenn mir jemand von seinem Tier erzählt. Bei Mira sagt die Tierärztin nach wie vor, dass körperlich alles in Ordnung ist, sie brauche einfach Zeit. Wer meinen ganzen Weg mit Mira von Anfang an nachlesen will, findet ihn in meinem Tagebuch über die ersten sechs Monate.

Mein Fazit für heute

Skeptisch bin ich immer noch, aber neugierig genug, um dranzubleiben. Wenn du selbst noch ganz am Anfang stehst, würde ich zuerst mit dem Basiskurs anfangen und erst danach über den Aufbaukurs nachdenken. Und egal wie weit du im Kurs bist: Geh trotzdem zum Tierarzt, wenn sich deine Katze seltsam verhält. Tierkommunikation ist für mich eine Ergänzung, kein Ersatz für medizinische Hilfe oder eine gute Verhaltensberatung. Wir sehen uns vor dem Sofa.

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